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Stürme und Sturmfluten – Entwicklung des Sturmklimas


Wie können dekadische und längere Variationen des Sturmklimas bestimmt werden?

Das methodische Problem ist, dass viele Variablen, die zu diesem Zweck geeignet erscheinen, nur für eine zu kurze Zeitspanne zur Verfügung stehen oder Inhomogenitäten aufweisen, wie z.B. die Beeinträchtigung durch Messfehler (bedingt durch Instrumentierung, Einsatzweise oder Umwelt). Aus Luftdruckmessungen an Wetterstationen und den an Tidepegeln gemessenen Schwankungen des Wasserstandes können brauchbare Indikatoren abgeleitet werden.  Mehr...

Wie hat sich das Sturmklima des Nordostatlantik in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten entwickelt?

Es zeigt sich, dass in der betrachteten Region (Nordostatlantik, Nordeuropa) seit etwa 1960 eine Zunahme der Sturmaktivität erfolgte, welche den um etwa 1900 beginnenden Abwärtstrend beendete. Bei einer Auswertung der an zwei schwedischen Stationen seit 1800 aufgezeichneten Luftdruckdaten konnten keine wesentlichen Veränderungen festgestellt werden.  Mehr...

Wie hängt die Variabilität des Sturmklimas mit hemisphärischen Temperaturschwankungen zusammen?

Es wird diskutiert, dass eine generelle Erwärmung zu einem höheren Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre führt und somit mehr Energie für die Ausbildung von Stürmen zur Verfügung steht. Diese Hypothese wurde im Rahmen einer Simulation von 1000 Jahren mit einem aktuellen Klimamodell überprüft, das mit rekonstruierten Daten von natürlichen und anthropogenen Einflüssen seit 1000 v.Chr. gespeist wurde, welche bis zum Jahr 2100 durch angenommene Emissionsszenarien von Treibhausgasen erweitert wurden. Es stellte sich heraus, dass während des präindustriellen und des Industriezeitalters (also etwa bis zum Ende des 20. Jahrhunderts) kein derartiger Zusammenhang festgestellt werden konnte, auch dann nicht, wenn signifikante Temperaturschwankungen simuliert wurden. Nur dann, wenn die Konzentration von Treibhausgasen stark anstieg, konnte ein parallele Erhöhung der Sturmaktivität im Nordostatlantik und der hemisphärischen Temperatur simuliert werden.  Mehr...

Wie hat sich der Einfluss von Sturmwinden auf Sturmfluten und Seegang in den letzten Jahrzehnten entwickelt, und was könnte durch den erwarteten anthropogenen Klimawandel passieren?

Regional detaillierte Rekonstruktionen des Bodenwindes seit etwa 1960 wurden herangezogen, um dynamische Ozean- und Seegangsmodelle für die Nordsee zu speisen. Die modellierten Änderungen zeigten sich konsistent mit den Änderungen der Sturmaktivität, also einem generellen Anstieg zwischen 1960 und der Mitte der 1990er Jahre und einem darauf folgenden Rückgang – mit Ausnahme der südlichen Nordsee, wo der Aufwärtstrend nach wie vor anhält. In Szenarien, die auf einer Reihe angenommener Emissionswerte basieren, sagen globale und regionale Klimamodelle eine leicht erhöhte Aktivität von Stürmen, Sturmfluten und Seegang in der Nordsee voraus. Für das Ende des 21. Jahrhunderts wird eine Zunahme um etwa 10% prognostiziert, die weitesgehend unabhängig vom verwendeten Emissionsszenario ist. Wird nicht nur die Zunahme der Sturmaktivität, sondern auch der Anstieg des Meeresvolumens berücksichtigt, kann für die Deutsche Bucht von einem Anstieg der Extremwasserstände um 20 cm bis 2030 und um 70 cm bis 2085 ausgegangen werden.  Mehr...

 

 

 
Quelle: THW
Teilnehmende Helmholtz-Zentren:
Alfred-Wegener-Institut (AWI)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ Potsdam)
GKSS Forschungszentrum Geesthacht