 |
 |
|
Hochwasser - Häufig gestellte Fragen (FAQs)
|
Wie kommt es zu Hochwasserkatastrophen?
Hochwasserkatastrophen werden durch die Prozesse der folgenden Wirkungskette beeinflusst:
- meteorologische Faktoren
- Abflussbildung in den Einzugsgebieten der Bäche und Flüsse
- Ablauf von Hochwasserwellen in Bächen und Flüssen
- Schadenspotenzial in hochwassergefährdeten Gebieten
- Reaktionspotenzial von Hochwasserbetroffenen und Katastrophenmanagement
Ungewöhnliche meteorologische Situationen stehen am Beginn der Hochwasser-Wirkungskette. Dies sind beispielsweise ein Warmlufteinbruch nach einer schneereichen Periode, der zu starker Schneeschmelze führt, oder großflächiger Dauerregen. In den Einzugsgebieten wird der Abfluss gebildet. Hier entscheidet sich, welcher Anteil des Niederschlags direkt als Abfluss in die Bäche gelangt. Die Hochwasserwellen laufen in den Bächen und Flüssen stromabwärts und verändern sich auf dieser Reise. Die Höhe dieser Wellen hängt u. A. von dem Raum ab, der für das Wasser zur Verfügung steht. Je mehr Raum die Flüsse haben, desto mehr Wasser kann zurückgehalten werden und verzögert flussabwärts weiterfließen. Die Höhe der Hochwasserwellen hängt aber auch davon ab, ob sich die Wellen aus den Nebenflüssen mit der Welle im Hauptfluss ungünstig überlagern.
Hochwasserabflüsse sind nicht mit Hochwasserkatastrophen gleichzusetzen. Eine wesentliche Rolle spielt das Schadenspotenzial, d.h. wie viele Menschen in hochwassergefährdeten Gebieten wohnen und wie viele Werte in solchen Gebieten angehäuft sind. Eine weitere wichtige Komponente ist der Umgang mit der Hochwassersituation. Sind die Betroffenen und das Katastrophenmanagement auf solche Krisensituationen vorbereitet, können Hochwasserschäden häufig dramatisch reduziert werden.
Es kommt zu Hochwasserkatastrophen, wenn sich die Faktoren der Hochwasser-Wirkungskette ungünstig überlagern. Ein außergewöhnlicher Starkniederschlag führt beispielsweise nicht zu einer Katastrophe, wenn die Böden im Einzugsgebiet einen großen Teil des Regenwassers aufnehmen, Rückhaltebecken und Talsperren die Hochwasserabflüsse dämpfen, und/oder die Überflutungsflächen entlang der Flüsse weitgehend frei von hochwertigen Nutzungen wie Siedlungen oder Gewerbegebiete gehalten wurden.
nach oben
Sind Hochwasser natürliche oder von Menschen gemachte Ereignisse?
Hochwasser stellen aus naturwissenschaftlicher Sicht eine Regelmäßigkeit dar, die für natürliche Entwicklung von Fließgewässern und ihrer Auen im Laufe der Erdgeschichte eine wichtige Rolle spielen. Hochwasser haben grundsätzlich eine natürliche Ursache, denn sie sind Folge meteorologischer Ereignisse. Ob ein Gewässer Hochwasser führt, liegt prinzipiell am Verhältnis von Wassermenge und Volumen des Überflutungsraumes. Die Wassermenge wird wesentlich durch die Niederschlagsmenge beeinflusst, extreme Niederschläge führen also direkt zu Hochwasser. Die Speicherung von schon gefallenen Niederschlägen im Einzugsgebiet in Form von Eis und Schnee kann einen zusätzlichen Verstärkungseffekt zu Folge haben. Das Volumen, das aufgenommen werden kann, wird dadurch bestimmt, wie viel Wasser der Fluss und seine Aue oberirdisch und der Boden der Aue und des Einzugsgebietes unterirdisch aufnehmen können. Auch dieses Volumen wird im Vorfeld eines Hochwassers durch natürliche Prozesse vermindert, besonders durch die Reduzierung des Bodenspeichers durch den gefrorenen bzw. gesättigten Boden. Deshalb treten Hochwasser auch ohne den Einfluss des Menschen auf. Jedes hat grundsätzlich seine eigene Charakteristik, die wesentlich von der räumlichen und zeitlichen Verteilung der Niederschläge und von den Bedingungen unmittelbar vor Niederschlagsbeginn (Bodendurchfeuchtung, Schneelage und Lufttemperaturen) bestimmt wird.
nach oben
Wie trägt der Mensch zur Zunahme der Hochwasserkatastrophen bei?
Zu einer Hochwasserkatastrophe wird ein natürliches Hochwasser erst, wenn menschliche Werte betroffen sind. Durch die zunehmende Nutzung der gewässernahen Bereiche durch den Menschen werden aus natürlichen Ereignissen aus der Sicht des Menschen Katastrophen, gegen die er sich schützen muss. Das führt allerdings zu weiteren Eingriffen in den Naturhaushalt. Im Zuge der fortschreitenden Landnutzung werden immer größere Flächen, die natürlicherseits Hochwassergefahren ausgesetzt sind, genutzt. Prinzipiell ist aber jede Nutzung des Menschen im Einzugsgebiet, nicht nur im Überflutungsbereich, als ein Eingriff in das Verhältnis aus Wassermenge und Volumen des Überflutungsraumes anzusehen. Diese Eingriffe wirken sich jedoch unterschiedlich stark aus, im Fluss und in der Aue ist die massivere und direktere Wirkung als im restlichen Einzugsgebiet zu erwarten.
Der Mensch wirkt dabei vor allem auf die natürlichen Speichereigenschaften von Bewuchs, Boden, Gelände und Gewässernetz ein und sorgt für eine Abflussbeschleunigung. Durch Aktivitäten im Einzugsgebiet, wie
- die Veränderung der natürlichen Vegetation,
- die Versiegelung durch Siedlung, Gewerbe, Industrie und Verkehrstrassen, Kanalisation,
- die Veränderung der Landschaft durch Flurbereinigung,
- die Verdichtung der Bodenstruktur in der Landwirtschaft
und durch Maßnahmen im Fluss und in der Aue, wie z.B.:
- die Umwandlung von Grünland in Ackerland,
- den Gewässerausbau, z.B. durch Regulierungen,
- die Verminderung der Retentionsräume durch Siedlung, Gewerbe, Verkehrstrassen,
- den Bau von Hochwasserschutzdeichen,
- die mangelnde Pflege von wasserwirtschaftlichen Bauwerken
wird das aufnehmbare Wasservolumen verringert, was dann wiederum schon bei weniger extremen Niederschlagsereignissen zu Hochwasser führen kann. Eine Verknüpfung der natürlichen und der durch den Menschen verursachten volumenmindernden Faktoren verschärft das Problem noch. Gleichzeitig führt die Verringerung des aufnehmbaren Volumens und der dadurch erzeugte Abflussbeschleunigung in den Unterliegerregionen zu Erhöhung der Wassermenge. Deshalb deckt sich der aktuelle Wirkungsraum einer Hochwasserkatastrophe räumlich nicht unbedingt mit dem Ort der verstärkten menschlichen Eingriffe. Um sich vor Hochwasser zu schützen, bedarf es darum koordinierter Abstimmung der menschlichen Nutzung im gesamten Einzugsgebiet.
Als wesentlicher Faktor ist auch die Tatsache anzusehen, dass mit der Besiedlung der Überflutungsräume nicht nur die Wasseraufnahmekapazität dieser verringert wird, sondern durch die Anhäufung menschlicher Werte in diesen Räumen zusätzlich das Ausmaß der Zerstörung im Hochwasserfall erhöht wird.
nach oben
Verschärft die zunehmende Versiegelung die Hochwassergefahr?
Häufig werden Hochwasser der Versiegelung in den Einzugsgebieten unserer Bäche und Flüsse zugeschrieben. Es ist richtig, dass die zunehmende Bebauung mit Gewerbe und Industriegebieten, Wohngebieten und Verkehrsanlagen die Hochwassersituation drastisch verschärfen kann. Diese Aussage gilt jedoch lediglich für kleinere Hochwasserereignisse in kleinen Einzugsgebieten. Extreme Ereignisse sind oft durch einen hohen Direktabfluss gekennzeichnet. Dies bedeutet, dass ein hoher Anteil des Niederschlags sehr schnell in die Bäche abfließt - und zwar auch von nicht-versiegelten Flächen, wie Wiesen oder Ackerland. Hat es beispielsweise vor dem Hochwasser auslösenden Niederschlag ausgiebig geregnet, so sind auch nicht-versiegelte Böden gesättigt und verhalten sich ähnlich wie versiegelte Böden: Das Regenwasser fließt schnell ab und trägt sofort zur Hochwasserwelle bei.
Je größer das Einzugsgebiet, desto wichtiger wird die Frage, wie sich die Hochwasserwellen aus den verschiedenen Teilgebieten überlagern. Der Abfluss von versiegelten Flächen gelangt vergleichsweise schnell in die Bäche. Dort wandern die Hochwasserwellen stromabwärts und treffen - da die versiegelten Flächen im Einzugsgebiet verteilt sind - zu verschiedenen Zeiten an einer bestimmten Lokation ein. Deshalb setzen sich in großen Einzugsgebieten die Spitzen der Hochwasserwellen aus den versiegelten Gebieten im Allgemeinen nicht aufeinander. Dieser Effekt ist umso bedeutender, je größer das Einzugsgebiet ist. Das bedeutet umgekehrt, dass der Einfluss der Versiegelung auf Hochwasserereignisse in größeren Gebieten in vielen Fällen vernachlässigbar ist.
nach oben
Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf zukünftige Hochwasserereignisse?
Im globalen Maßstab stieg die Oberflächentemperatur von 1860 bis 1990 um 0.6°C. Dies dürfte die stärkste Temperaturerhöhung der vergangenen 1000 Jahre gewesen sein. Die Dekade 1990 bis 1999 war die wärmste des 20. Jahrhunderts. Ergebnisse des Intergovernmental Panel on Climatic Change (IPPC) legen nahe, dass dieser Klimawandel zu einem erheblichen Teil auf menschliche Einflüsse, insbesondere durch die Freisetzung von Treibhausgasen und Aerosolen, zurückzuführen ist.
Höhere Temperaturen intensivieren den Wasserkreislauf, sie bewirken beispielsweise eine höhere Verdunstung. Deshalb wird grundsätzlich von einer Verschärfung der Hochwassergefährdung aufgrund des momentan beobachteten Klimawandels ausgegangen. Dies wird durch Analysen weltweiter Beobachtungsdaten sowie globale Modellierungen gestützt. So konnte eine statistische Auswertung von extremen Abflüssen (Jährlichkeit > 100 Jahre) in 29 großen Einzugsgebieten (Fläche > 200.000 km²) eine signifikante Zunahme von extremen Hochwasserabflüssen während des 20. Jahrhunderts nachweisen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Hochwasserereignisse weiter zunehmen.
Allerdings wirken sich globale Änderungen regional sehr unterschiedlich aus. Beispielsweise wurde für die Elbe und die Oder für die letzten 150 Jahre eine Abnahme von Winterhochwassern festgestellt. Solche Ereignisse sind häufig mit gefährlichem Eisstau verbunden. Für die Sommerhochwasser konnte kein Trend nachgewiesen werden. Die konkreten Auswirkungen des globalen Klimawandels auf regionaler Ebene müssen also mit Vorsicht betrachtet. Regionale Aussagen zur Veränderung der Hochwassersituation sind momentan noch sehr unsicher. Dies gilt insbesondere für extreme Erereignisse.
Für das Rheingebiet werden saisonale Änderungen vorhergesagt. Der Jahresgang des Abflusses verstärkt sich, d.h. es werden höhere Abflüsse im Winter und geringere Abflüsse im Sommer erwarten. Dies ist einerseits eine Folge einer saisonalen Umverteilung des Niederschlags. Für das Winterhalbjahr werden zunehmende, für das Sommerhalbjahr abnehmende Niederschläge erwartet. Andererseits fallen die Winterniederschläge zukünftig verstärkt als Regen anstatt als Schnee, so dass sich die Gefahr von Winterhochwassern erhöhen dürfte. Die vorhergesagte Tendenz zu niederschlagsärmeren Sommern im Rheingebiet bedeutet nicht automatisch eine geringere Hochwassergefahr. Es gibt Hinweise, dass verstärkt konvektive Starkniederschläge wie z.B. Gewitter auftreten, die zu Sturzfluten führen können.
- PCC (2001), Climate Change 2001: Synthesis Report, Summary for Policymakers. Cambridge University Press, Cambridge UK
- P. C. D. Milly, R. T. Wetherald, K. A. Dunne and T. L. Delworth: Increasing risk of great floods in a changing climate, Nature 415, 514-517
- Manfred Mudelsee, Michael Börngen, Gerd Tetzlaff, Uwe Grünewald, No upward trends in the occurrence of extreme floods in central Europe, Nature 425, 166-169
nach oben
Können Hochwasser vollständig verhindert werden?
Abflüsse in Bächen und Flüssen, die weit über dem mittleren Abfluss liegen, sind Teil der natürlichen Variabilität des Wasserkreislaufs. Sehr hohe Abflüsse treten immer mal wieder auf - teilweise nach langen Zeiträumen. Gegen solche extremen Abflüsse kann man sich nicht vollständig schützen. Dies wäre nur möglich, wenn
- man alle hochwassergefährdeten Flächen so nutzte, dass sie bei Überflutung keinen Schaden davon tragen würden. Dies ist jedoch nicht realistisch, da gerade flussnahe Gebiete seit alters her sehr intensiv als Wirtschafts- und Siedlungsräume genutzt werden.
- hochwassergefährdete Flächen durch riesige und dementsprechend teure Hochwasser-Schutzsysteme gesichert würden. Diese müssten so ausgelegt sein, dass sie gegen den größtmöglichen Abfluss schützen würden.
Obwohl Hochwasser nicht vollständig abwendbar sind, können ihre Auswirkungen gemildert werden. Hierzu tragen beispielsweise bei:
- Maßnahmen bei, die den Wasserrückhalt in den Einzugsgebieten und Flussläufen aufrechterhalten bzw. vergrößern,
- eine optimale Steuerung von Rückhaltebecken und Talsperren zur Dämpfung von Abflussspitzen,
- gute Vorhersagen und Warnungen, die es den Betroffenen erlauben, Notmaßnahmen vor Ankunft der Hochwasserwelle zu treffen,
- Hochwasser angepasste Bauweisen in gefährdeten Flächen, die den Schaden auch bei Eintritt einer Überflutung gering halten.
nach oben
Welche Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser gibt es?
Aus den Faktoren, mit denen der Mensch zur Verstärkung von Hochwasser beiträgt, ergeben sich die Aspekte des Hochwasserschutzes. Dazu gehören:
- die Anpassung der Nutzung an die Hochwassergefährdung (keine unnötige Bebauung oder schadensintensive Nutzung hochwassergefährdeter Gebiete; wenn, dann sichere und schadensarme Gestaltung von Bauten),
- der Schutz vor dem Hochwasser durch
- Rückhalt des Niederschlagswassers in der Fläche oder durch Rückhaltebecken
- Schutz betroffener Gebiete und Objekte durch Deiche
- Erhöhung der Abfuhrkapazität der Gewässer durch Querschnittserweiterung und Flutmulden
- Rechtzeitige Warnungen und Alarmierung durch automatische Pegelmessstationen und Vorhersagemodelle zur Auslösung von Schutzmaßnahmen.
Einzelnen Maßnahmen, die die Gefahr für einen Teil des Einzugsgebietes verringern, können jedoch zu verstärkter Gefahr für andere werden, z. B. können Regulierungen und Deichbaumaßnahmen zu einer Verschärfung der Hochwassergefahr für Unterlieger oder Anrainer führen. Die Errichtung von Hochwasserrückhaltebecken verringert das Risiko einer häufigen Überflutung zu Lasten eines seltenen, aber katastrophalen Dammbruchs durch ein Totalversagen des Rückhaltebeckens. Diese gegenseitige Beeinflussung muß bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen beachtet werden.
Ein allumfassender Hochwasserschutz ist trotz bester Planung, Ausführung und Instandhaltung von Hochwasserschutzanlagen nicht möglich. So muss wohl auch in Zukunft mit Hochwasserkatastrophen gerechnet und darauf vorbereitet werden.
nach oben
Wie sieht eine gute Hochwasservorsorge aus?
Hochwasservorsorge wird heute viel zu oft anlassbezogen betrieben. Wir werden erst aktiv, wenn ein Hochwasser mit einem entsprechenden Schaden eingetreten ist. Notwendig ist jedoch eine echte Vorsorge, also die Sorge VOR einem Schadenereignis. Dies beinhaltet, dass wir die Bedrohungen möglichst umfassend offen legen und uns über das Schutzziel verständigen. Gegen welche Hochwasser können bzw. wollen wir uns schützen? Reicht ein Schutz gegen das 100-jährliche Ereignis oder wollen wir uns einen höheren Schutz leisten? Ebenso müssen wir über das Restrisiko sprechen, also das Risiko, das nach der Implementierung von Schutzmaßnahmen verbleibt. Dazu gehört, dass wir Schadenszenarien durchspielen und mögliche Ereignis durchdenken: Was wäre, wenn der Deich bricht? Was wäre, wenn das Chemiewerk überschwemmt würde? Und wir müssen für den Fall der Fälle vorsorgen, also z.B. Warnsysteme betreiben, gefährdete Personen über die Hochwassergefahr informieren, ihr Selbstschutzpotenzial aktivieren, oder Katastrophenpläne entwickeln.
nach oben
Welche Möglichkeiten der Eigenvorsorge existieren?
Langfristige Eigenvorsorge
Informieren Sie sich gezielt darüber, ob Sie in einer von Hochwasser gefährdeten Region leben!
Das hilft Ihnen, die geeigneten Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Beantworten Sie sich durch die Beobachtung ihrer Wohn- und Arbeitsumgebung folgende Fragen:
- Sind Flüsse, Bäche oder Teiche (auch ausgetrocknete) in der Nähe, die bei Hochwassersituation über die Ufer treten können?
- Zeigt ein historischer Rückblick, dass es in der Wohngemeinde schon einmal Hochwasser gegeben hat?
- Gibt es Hänge in der Nähe, an denen, auch wenn normalerweise dort kein Gewässer fließt, plötzlicher starker Niederschlag ein Abrutschen der Hänge durch Wassermassen, Schlamm und Geröll auslösen kann?
- Wie ist der Grundwasserspiegel in meinem Umfeld? Droht von seinem Ansteigen Gefahr?
- Kann aus der Kanalisation Wasser in gefährlichen Mengen austreten?
- Drohen Bäume durch Unterspülung umzustürzen?
Wenn Sie in einer von Hochwasser gefährdeten Region leben und arbeiten, sollten Sie Vorsorgemaßnahmen für den Hochwasserfall treffen. Wenn Sie auf den Eintrittsfall vorbereitet sind, fällt es leichter, die notwendigen Schritte ohne Panik zu absolvieren.
Legen Sie eine Checkliste für die notwendigen Tätigkeiten im Hochwasserfall an und stellen Sie ein Hochwasserset bereit, in dem sich wichtige Dokumente (als Kopien), Werkzeug und etwas Notgepäck für ein eventuell längerfristiges Verlassen des Hauses befinden soll.
Die Vorsorge betrifft folgende Bereiche:
- Ihr Leben und das Ihrer Angehörigen
- Diskutieren Sie die Hochwassergefahr und die mit der Abwehr zusammenhängenden Maßnahmen mit Ihrer Familie.
- Verschaffen Sie sich schriftlich die Übersicht darüber, wer aus der Familie sich in Abhängigkeit vom Eintrittszeitpunkt der Gefahr wo befindet (Schule, Arbeitsort, daheim)
- Legen Sie fest, wer bei Gefahr aus der Abwesenheit nach Hause zurückkommt bzw. gleich einen sicheren dritten Platz aufsucht (Kinder).
- Legen Sie fest, wo dieser sichere dritte Platz ist und wo im Bedarfsfall auch für alle und längere Zeit Notquartier zu finden ist (Freunde, Verwandte).
- Verteilen Sie unter denen, die im Haus sein werden, die notwendigen Aufgaben für den Hochwasserfall.
- Organisieren Sie eine Nachbarschaftshilfe und Kontakt und Informationsaustausch mit dem Nachbarn. Das erleichtert den Nachrichtenfluss, da das Hochwasser z.B. die Telefonleitung lahm legen kann.
- Bewegliche Werte, Dokumente und Versicherung
- Von Dokumenten (Ausweise, Urkunden, Policen) sollten Sie Kopien anfertigen und diese an sicheren Orten verwahren (außerhalb Ihres evtl. betroffenen Hauses).
- In den hochwassergefährdeten Gebäudebereichen sollten Sie nur wasserunempfindliche Einrichtungsgegenstände verwenden, die ausreichend mobil sind (Kleinmöbel) und im Hochwasserfall in Sicherheit gebracht werden können.
- In den hochwassergefährdeten Gebäudebereichen sollten Sie nur wasserunempfindliche Einrichtungsgegenstände verwenden, die ausreichend mobil sind (Kleinmöbel) und im Hochwasserfall in Sicherheit gebracht werden können.
- Prüfen Sie Ihre Versicherungssituation.
- Kennzeichnen Sie Ihr Eigentum, das aus der Gefahrenzone gebracht werden soll (z.B. Nutztiere).
- Unbewegliche Werte (Haus, Bauten)
- Beachten Sie bei der Planung Ihres Gebäudes eine Sicherung gegen Hochwasser durch Stelzenbau, Wannenbau, Offenbau in unteren Geschossen.
- Grundsätzlich sollten höherwertige Nutzungen, die durch Hochwasser beschädigt werden könnten, nur in hochwasserfreien Geschossen erfolgen.
- Vermeiden Sie sperrige oder fest installierte Einrichtungsgegenstände (Einbauküchen, -schränke, Saunen) in tiefen Geschossen, da diese im Hochwasserfall nicht in Sicherheit gebracht werden können und erhebliche Schäden verursachen.
- Berücksichtigen Sie bei der Planung von Gebäuden eine Optimierung der Räumung möglicherweise von Hochwasser betroffener Geschosse durch ausreichend große Türen und Treppenhäusern.
- Heizungsanlagen sollten wie auch wichtige elektrische Installationen (Stromverteilerkästen) hochwassersicher in Obergeschossen installiert werden. In von Hochwasser betroffenen Bereichen (Keller, Erdgeschoss) sollten darüber hinaus auch untergeordnete elektrische Installationen möglichst hoch über dem Fußboden angebracht werden. Die betreffenden Stromkreisläufe müssen getrennt abschaltbar bzw. gesichert sein. In hochwassergefährdeten Gebieten sollte auf Ölheizungsanlagen grundsätzlich verzichtet werden. Das Auslaufen von Öl infolge von undichten Stellen im Heizungssystem oder am Heizöltank kann zu nachhaltigen Beschädigungen des Gebäudes sowie der Inneneinrichtung und der Umwelt führen.
- Klären Sie, wie notwendigenfalls Tanks (Heizöl, Diesel usw.) gegen Aufschwimmen gesichert werden können. Austretendes Öl kann erheblichen Schaden verursachen.
- Klären Sie alle Familienmitglieder über Lage und Bedienung der Hauptschalter für Wasser, Strom, Heizung, Gas und Öl auf.
- Reinigen Sie regelmäßig Kanalisationszu- und -abläufe.
- Überprüfen Sie auf Ihrem Grundstück, ob bauliche Maßnahmen für andere eine Erhöhung der Gefahr bei Hochwasser hervorrufen können (z.B. Stützmauer)
- Treffen Sie Vorsorge auch für Haustiere oder Vieh auf landwirtschaftlichen Anwesen (Unterbringungsmöglichkeit, Futtervorräte sichern).
- Prüfen Sie, ob gefährliche Stoffe (Kunstdünger, Treibstoff ) in Hochwasserkontakt kommen können und sichern Sie deren rechtzeitigen Abtransport.
Weitere Hinweise in Bezug auf die Hochwassersicherheit Ihres Hauses finden Sie in der Hochwasserschutzfibel des BMVBS unter:
http://www.bmvbs.de/dokumente/,-12291/Publikationen/dokument.htm
Eigenvorsorge im Ereignisfall
Beobachten Sie die meteorologische Situation!
Die Faktoren, die aus meteorologischer Sicht zu Hochwasser führen und auf deren Auftreten man achten sollte, sind:
- starke, anhaltende Regenfälle,
- starke Schneeschmelze,
- Tauwetter mit Regen.
Im Zusammenhang mit diesen Faktoren oder auch unabhängig davon, können weitere Faktoren zu Hochwasser führen:
- Verstopfungen im Gewässerlauf,
- Eisstau meist in Kombination mit Niederschlags- oder Schneeschmelzhochwässern,
- Grundwasserhochstände,
- Übertritte aus Nachbarflüssen,
- Bruch oder Überlauf von Staudämmen.
Denken Sie daran, dass jedes Hochwasser anders verläuft und Nichtfachleute keine Rückschlüsse aus alten Ereignissen ziehen können. Nehmen Sie die Hochwasserwarnung ernst und folgen Sie den Anweisungen. Bei Hochwasserereignissen kommt es durch falsches Verhalten (Neugier, Selbstüberschätzung, Leichtsinn, Unwissenheit usw.) der Menschen immer wieder zu Behinderungen der Hilfskräfte und zu tragischen Unfällen.
Achten Sie auf Notfallsignale, Radio- und Fernsehmeldungen und Lautsprecherdurchsagen. Informieren Sie sich laufend, wie sich die Situation entwickelt und setzen Sie behördliche Anordnungen unverzüglich um.
Der Schutz von Mensch und Tier steht an oberster Stelle, auch dem Schutz von Objekten kommt zur Verringerung von Sachschäden ein wesentlicher Stellenwert zu. Unternehmen Sie Maßnahmen zum Schutz von Objekten aber nur, wenn die Situation es zuläßt. Achten Sie immer auf Ihre eigene Sicherheit. Unterschätzen Sie die Gewalt des Wassers nicht.
- Achten Sie darauf, eigenen Selbstschutzmaßnahmen auf die behördlichen Maßnahmen (Stegbau, Aktivieren von Hochwasserschutzeinrichtungen) abzustimmen, um beiden nicht die Effektivität zu nehmen.
- Räumen Sie Gegenstände, die nicht nass werden dürfen, aus Keller und Untergeschossen.
- Drehen Sie Haupthähne und Schalter für Gas, Wasser, Strom ab (Achtung: Tiefkühltruhe).
- Bereiten Sie bei ausreichender Gebäudestandsicherheit Abdichtungsmaßnahmen oder Flutung des Kellers vor und aktivieren Sie sie.
- Legen Sie einen Wasservorrat an, das Trinkwasser könnte verschmutzt sein.
- Bringen Sie Nutztiere aus der Gefahrenzone.
- Entfernen und sichern Sie Gegenstände die durch den Strömungsdruck mitgerissen werden können.
- Beachten Sie die Gefährdung durch aufgestautes Treibgut.
- Sie müssen Tanks durch Befüllen oder durch geeignete Halterungen gegen Aufschwimmen sichern. Der "kritische Lastfall" für die Bemessung des Tanks im Hinblick auf das Aufschwimmen bildet der nicht gefüllte Tank. Für die Bemessung der Halterungen gegenüber Auftrieb ist daher vom leeren Tank auszugehen. Verschließen Sie Öffnungen, montieren Sie technische Einrichtungen eventuell ab.
- Bringen Sie bei Gefährdung Fahrzeuge aus der Garage / Abstellplatz in Sicherheit.
- Organisieren Sie die Nachbarschaftshilfe. Nichtbetroffene sollten Betroffenen unaufgefordert helfen.
- Halten Sie für ein Verlassen des Gebäudes das Notgepäck griffbereit.
- Achten Sie darauf, dass bei überfluteten Straßen und Wegen Gefahr besteht. Durch Aquaplaning, Treibgut und Steinschlag besteht Lebensgefahr. Warten Sie mit der Evakuierung nicht zu lange.
nach oben
 |  |
|  |
|
|