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Vulkanausbruch Island am 15. April 2010

Der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island hat bei seinen Ausbrüchen am 21. März und 15. April 2010 große Mengen an Asche und Schwefeldioxid in die Atmosphäre geschleudert. Die dabei entstandene Aschewolke hat den Flugverkehr in weiten Teilen Nordeuropas seit dem 16. April vollständig zum Erliegen gebracht. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) werten seither aktuelle Satellitenaufnahmen aus und untersuchen die Auswirkungen der Eruptionen auf die Atmosphäre.

Simulation der Ausbreitung der Aschewolke

27.April 2010 - 09:00 UTC

Mit dem 3D-Chemietransportmodell POLYPHEMUS/DLR wurde die Ausbreitung der vom isländischen Vulkan Eyjafjalla emittierten Aschewolke simuliert. POLYPHEMUS/DLR berücksichtigt die vollständige Chemie der relevanten atmosphärischen Spurenstoffe. Die Vulkanasche ist in dieser Rechnung als annähernd stabiler Tracer vorgegeben worden. Mehr ...

MODIS Zeitserie von Europa

21.April 2010 - 16:05 UTC

Für den Zeitraum vom 15. April bis 20. April wurde jeweils aus mehreren Aufnahmen des Satelliten MODIS ein Europa-Mosaik erstellt. Das Moderate Resolution Imaging Instrument MODIS ist ein 36-kanaliges Spektrometer mit 250 m Pixelgröße, das in 1-2 Tagen eine globale Datenerfassung erreicht. Die genauen technischen Spezifikationen findet man in den MODIS Pages der NASA http://modis.gsfc.nasa.gov/ Am 15.4. ist sehr deutlich der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull zu erkennen. Die vom Vulkan ausgehenden Emissionen wurden über große Entfernungen in südöstliche Richtungen bis in das Gebiet der mittleren Nordsee verfrachtet. Zwischen einem Hochdruckgebiet über dem Atlantik und einem Tief über Skandinavien entstand eine intensive Luftströmung. Am 16.4. ist ein Wolkenband über Deutschland zu erkennen, das aerosolhaltige aber von Wasserdampfwolken freie Luftmassen im Norden von weniger staubbelasteter Luft im Süden trennt. Das Wolkenband ist die Kaltfront des über Skandinavien liegenden Tiefdrucksystems. Am 17.4. ist insbesondere im Bereich des Orbits, der das Gebiet westlich von Frankreich abdeckt, die filamentartige Struktur der Wolke über dem Atlantik erkennbar. Die Detailabbildung zeigt, dass der Vulkan weiterhin ausbricht; die Emissionen werden jetzt in südliche Richtungen verfrachtet. Am 18.4. ist die inzwischen gealterte Aerosolwolke in ihrer Feinstruktur über der südlichen Nordsee, dem Ärmelkanal und dem östlichen Atlantik zu identifizieren. Während des MODIS-Überflugs war die Vulkanemission nicht sehr stark ausgeprägt. Am 19.4. sorgt ein kleiner Tiefdruckwirbel in der Nähe Islands für einen raschen Aschetransport in südwestliche Richtungen (wie auch in der Detailaufnahme gezeigt). Am 20.4. wird die Aerosolwolke durch starke Windscherung schnell auseinander gezogen; daher verbreitert sich die bislang schmale Vulkanemission zu einem breiten Fächer. Mehr ...

NOAA-19 AVHRR-Daten - Hotspots

20.April 2010 - 12:22 UTC

In den am 20. April 2010 vor Sonnenaufgang um 5:54 MESZ empfangenen NOAA-19 AVHRR-Daten sind erstmals ausgeprägte so genannte Hotspots zu sehen. Die roten Pfeile zeigen auf zwei Stellen, die im Falschfarbenbild grün-bläulich erscheinen, einen größeren und einen kleineren. Solche Hotspots lassen sich in den Satellitendaten mit Hilfe eines Kanals im mittleren Infrarot bei 3,7 µm Wellenlänge herausarbeiten, da in diesem Spektralbereich eine Temperaturerhöhung zu einer besonders intensiven Signalantwort führt. Die offensichtliche Verstärkung der heißen Stellen deutet darauf hin, dass nun vermehrt Lava und eventuell weniger Asche ausgestoßen wird. Mehr ...

Meteosat-9 Visualisierung der Zugbahn von Staub- und SO2-Wolke

20.April 2010 - 09:43 UTC

Der Vulkan Eyjafjallajökull auf Island hat am 15. April 2010 große Mengen an Asche und Schwefeldioxid in die Atmosphäre geschleudert. Schwefeldioxid und Aschepartikel unterscheiden sich in ihren Strahlungseigenschaften. Der europäische Wettersatellit Meteosat-9, dessen Daten vom DLR empfangen und verarbeitet werden, liefert alle 15 Minuten Strahldichten in zwölf Wellenlängenbereichen. Durch geeignete Kombinationen der Kanäle bei 10.8 µm und 12 µm (Asche, gelb markiert) bzw. 8.7 µm und 12 µm (SO2, blau markiert) lässt sich die Zugbahn visualisieren. Im Hintergrund ist die Strahlungstemperatur im Kanal 10.8 unterlegt. Mit fortschreitender Verdünnung oder durch darüberliegende Bewölkung wird die Erkennung erschwert. Als aschefreie klassifizierte Gebiete sind daher nicht zwangsläufig als sichere Lufträume zu bewerten. Mehr ...

Luftmassen-Relevanz-Analyse für den DLR-Flug der Falcon

20.April 2010 - 09:43 UTC

Die Studie zeigt die vom isländischen Vulkan Eyjafjallajökull emittierten Luftmassen, die sich während des DLR-Falcon-Fluges über Europa befunden haben. Der Flug dauerte von 16-19:30 Lokalzeit; die Farbcodierung repräsentiert die aktuelle Höhe der modellierten Luftpakete. Mehr ...

Farbkomposite aus METEOSAT-9 Satellitendaten

20.April 2010 - 09:00 UTC, aktualisiert 21. April 2010 - 10:52 UTC

Das DLR empfängt routinemäßig Messungen des Wettersatelliten METEOSAT-9. Daraus werden wolkenphysikalische Parameter mit Hilfe des APOLLO-Verfahrens (AVHRR/MSG Processing scheme Over cLouds Land and Ocean) abgeleitet. Aufgrund des Sonnenstandes eignen sich die Morgen- und Abendstunden um die atmosphärische Trübung in ihrer Feinstruktur und das aktuelle Wettergeschehen zu zeigen. Mehr ...

Bestimmung der Eigenschaften der vulkanischen Emissionen durch Satellitendaten und Modellierun

19.April 2010 - 18:29 UTC, aktualisiert 22.April 2010 - 09:21 UTC

Die Kombination von Satellitenbeobachtung und atmosphärischen Ausbreitungsmodellen kann entscheidende Informationen über die Ausbreitung von Asche und Spurengasen liefern. Bei Vulkanausbrüchen werden neben Asche außerdem Wasserdampf, Kohlendioxid und Schwefeldioxid ausgestoßen. Da Wasserdampf und Kohlendioxid in großen Mengen in der Atmosphäre vorkommen und hohe Schwefeldioxidkonzentrationen meist durch Vulkane verursacht werden, ist der Schwefeldioxidgehalt ein guter Indikator für vulkanische Aktivität. SO2-Messungen können mit Hilfe von GOME-2 an Bord des MetOp durchgeführt werden. Die Abbildungen zeigen die SO2-Verteilung über Island und Nordeuropa vom 15. bis 19. April 2010, sowie die Verteilung der Aschewolke in Richtung Osten und Südosten aufgrund vorherrschender Winde. Jedoch stellen die SO2 Beobachtungen und der Vulkanascheindex aus MSG nur eine zweidimensionale Momentaufnahme dar. Um Informationen zur Höhe der Rauchwolke, Emissionsquelle, Zeitpunkt der Emission und zukünftigen Verteilung der Asche abzuleiten, ist ein spezielles Verfahren ("trajectory ensemble matching") notwendig. Über Deutschland befindet sich die Aschewolke schätzungsweise in einer Höhe zwischen vier und acht Kilometern. Verschiedene Bodenmessungen konnten die bisherigen Modellierungsergebnisse bestätigen. Durch diese Methodik konnte auch die Flugplanung der DLR FALCON am 19. April 2010 unterstützt werden. Mehr ...

AVHRR/NOAA-19 Satellitenaufnahme vom 17. April 2010

19.April 2010 - 18:23 UTC

In routinemäßig am DFD empfangenen AVHRR-Daten des Satelliten NOAA-19 vom 17. April 2010 (nachmittags) zeigt sich der Ascheausstoß des Vulkans Eyjafjallajökull im Süden Islands als blau-graue Wolkenfahne. Nordwinde treiben die Aschewolken zunächst südwärts auf den Atlantik, bis allmählich die tragenden Winde der Zirkulation eines Tiefs östlich von Island mehr und mehr nach Südosten und Osten in Richtung des Europäischen Festlandes drehen. Die Aschewolken breiten sich dabei aus, so dass sie in diesen Daten über Mitteleuropa nicht mehr so spektakulär sichtbar sind wie in unmittelbarer Nähe zum Vulkan. Mehr ...

Schwefeldioxid-Messungen des GOME-2 Satelliten

19.April 2010 - 18:22 UTC

Außer Asche und Wasserdampf stieß der Eyjafjallajökull Vulkan auch große Mengen von Schwefeldioxid aus, einem farblosen, giftigen Gas. Winde transportierten die Gaswolke süd-östlich über den Atlantik, mit Schwefeldioxid-Konzentrationen von mehr als 20 Dobson-Einheiten (DU). Die SO2-Konzentration wird ab dem 15. April 2010 von dem Atmosphärensensor GOME-2 (Global Ozone Monitoring Experiment) des EUMETSAT Satelliten MetOp-A gemessen. Das Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) des DLR stellt Karten der GOME-2 Messungen (Ozon, Stickstoffdioxid, troposphärisches Stickstoffdioxid, Bromoxid, Schwefeldioxid, H2O, HCHO) und Karten der Wolkenbedeckung unter folgendem Link zur Verfügung. Mehr ...

 

 

 
Vulkanausbruch in Island
Teilnehmende Helmholtz-Zentren:
Alfred-Wegener-Institut (AWI)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ Potsdam)
GKSS Forschungszentrum Geesthacht