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Tsunami vor der Insel Java, Indonesien

Nach dem Ereignis im Dezember 2004 wurde Indonesien erneut von einem Tsunami heimgesucht. Am Montag, dem 17. Juli um 08:19 UTC, kam es zu einem Erdbeben der Magnitude 7,7 Mw (Quelle: USGS) südlich der Insel Java.

Um 08:36 UTC hat das Pacific Tsunami Warning Center (PWTC) mit Sitz auf Hawaii eine Warnung für die Region ausgegeben. Die Ankunftszeit der Tsunami-Welle bei Cilacap an der indonesischen Küste wurde dabei mit 09:00 UTC (Ortszeit: 16:00 Uhr) vorherbestimmt. Schließlich traf eine bis zu vier Meter hohe Flutwelle auf einen rund 180 Kilometer langen Küstenabschnitt im Süden der Insel Java.

Abbildung 1: Vorläufige Lokalisierung des Epizentrums vom 17. Juli 2006, 08:19 UTC. Quelle: H. Latief, A. Riadi and D. Zulkarnaen: Preliminary Result of the 2006 West Java Tsunami Simulation.

Trotz der vorliegenden Warnung kam es in den betroffenen Gebieten zu vielen Todesopfern (bis Mittwoch, 19. Juli, waren es mindestens 550, Quelle: Reuters), wenngleich nicht in der Dimension des Seebebens vom Dezember 2004. Es hat sich gezeigt, dass das frühe Eingehen einer Tsunami-Warnung bei den Behörden alleine nicht ausreicht, um rechtzeitig lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. Genau hier setzt das zurzeit im Aufbau befindliche Deutsch-Indonesische Tsunami-Frühwarnsystem (German-Indonesian Tsunami Early Warning System - GITEWS) an.

Das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) entwickelt dieses System gemeinsam mit mehreren Partnern für die gefährdete Region im Indischen Ozean, um die Vorwarnzeit zu verkürzen, Kommunikationsstrukturen für die Verbreitung der Warnungen zu schaffen und die Bevölkerung auf derartige Ereignisse vorzubereiten. Neben den vier Helmholtz-Zentren GFZ, AWI, DLR und GKSS Forschungszentrum sind vor allem auch indonesische Einrichtungen Partner des Konsortiums. Wissenschaftler der Forschungszentren arbeiten unter anderem daran, verschiedene Szenarien einer Wellenausbreitung zu analysieren und diese Informationen für den Katastrophenfall nutzbar zu machen. Gegen Ende des Jahres 2008 soll das System in Betrieb gehen.

Weitere Informationen zu GITEWS finden sie auf den Projektseiten unter http://www.gitews.org.

Detaillierte Informationen zu aktuellen Erdbebenereignissen sind auf den Internetseiten des GEOFON-Netzes erhältlich.

Interview-Ausschnitte mit Wissenschaftlern aus dem GITEWS-Projekt sind zu finden u.a. beim Spiegel, der Berliner Zeitung und dem Portal geoscience-online.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des GFZ Potsdam: presse@gfz-potsdam.de
Telefon +49 (0)331 288 1040.

 

 

 
Quelle: THW
Teilnehmende Helmholtz-Zentren:
Alfred-Wegener-Institut (AWI)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ Potsdam)
GKSS Forschungszentrum Geesthacht