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Hochwasser an der Elbe - Ursachen und Zustandekommen

Das aktuelle Hochwasser an den meisten Flüssen Süd- und Ostdeutschlands, insbesondere der Elbe, ist auf die ungewöhnlich lange winterliche Witterung mit großen Schneemassen in den deutschen Mittelgebirgen in den Monaten zuvor zurückzuführen. Die sehr kalten Temperaturen mit Dauerfrost bis Mitte März haben dazu geführt, dass sämtliche Niederschläge in Form von Schnee gespeichert wurden. So betrugen die Schneehöhen z.B. in Zinnwald/Erzgebirge noch um den 25. März 1,5 Meter. Ein sehr plötzlicher Übergang von der frostigen Witterung hin zu einer teilweise sehr warmen zonal geprägten Wetterlage führte innerhalb von wenigen Tagen zu einem Temperaturanstieg von etwa 15 Grad. Die Station Dresden meldete am Montag, den 27. März, knapp 20°C, nachdem nur 3 Tage zuvor die Temperatur noch knapp über dem Gefrierpunkt gelegen hat. Dieser Temperaturanstieg, der zudem mit häufigen schauerartigen Niederschlägen verbunden war, ließ die Schneemassen der zentralen Mittelgebirge sehr schnell abtauen und die Abflüsse sehr stark ansteigen.

Das Zusammentreffen von mehreren Faktoren (hier: große Schneemengen, Regen, Tauwetter) ist maßgeblich für das Zustandekommen von Hochwassern. Das Frühjahr ist von daher immer eine hochwasseranfällige Jahreszeit, da die Faktoren Regen und Tauwetter sehr häufig zusammen auftreten. In diesem Jahr waren die Schneemengen aber außergewöhnlich groß, so dass dieses Frühjahrshochwasser eines der größten Ereignisse der letzten 50 Jahre darstellt. Dennoch sind die Ausmaße dieses Elbhochwassers weitaus geringer als die der 2002er Flut. Das liegt besonders daran, dass die Genese dieser beiden Hochwasser eine vollkommen unterschiedliche ist: Während im August 2002 eine besondere Wetterlage (Vb) für enorme Niederschläge im gesamten Einzugsgebiet der Elbe innerhalb kürzester Zeit (bis zu 50% des Jahresniederschlages in 3 Tagen) gesorgt hat, spielen bei dem aktuellen Hochwasser die ungewöhnlichen Vorbedingungen (Schnee) die entscheidende Rolle. Die Niederschlagsmengen im vergangen März waren, verglichen mit dem langjährlichen Mittel, nur etwas erhöht (bis zu 50%, vgl. Abb. 1).

Abbildung 1: Abweichung des Niederschlags im März 2006 vom langjährigen Monatsmittel (1961-1990) in Prozent (Quelle: DWD/Global Precipitation Climatology Centre)

Aufgrund der aktuellen Prognosen, die eine Wetterberuhigung erwarten lassen, und der Tatsache, dass der größte Teil der Schneemassen in den Mittelgebirgen nun abgetaut bzw. deutlich reduziert ist, ist eine Entspannung der Hochwassersituation in allen Regionen sehr wahrscheinlich.

Weitere Begriffsklärungen finden Sie auf den Seiten des Hochwasser-Glossars.

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Teilnehmende Helmholtz-Zentren:
Alfred-Wegener-Institut (AWI)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ Potsdam)
GKSS Forschungszentrum Geesthacht